Tarifvertrag bahn 2018

Die Grundstrukturen des deutschen Systems der Arbeitsbeziehungen haben sich seit seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg nicht verändert. Das Grundgesetz (GG) und das Tarifvertragsgesetz von 1949 (TVG) garantieren die Koalitionsfreiheit und die Autonomie von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden/Einzelarbeitgebern beim Abschluss verbindlicher Tarifverträge. Die Interessenvertretung der Arbeitnehmer ist durch das Betriebsverfassungsgesetz von 1952 (geändert 1972, Betriebsverfassungsgesetz, BetrVG) bzw. das Personalvertretungsgesetz von 1955 geregelt, das das Recht vorsieht, eine Arbeitnehmervertretung in Betrieben und öffentlichen Verwaltungseinheiten mit mindestens fünf Beschäftigten zu wählen und die Beratungs- und Mitbestimmungsrechte zu definieren. Von 2006 bis 2017 ging das geschlechtsspezifische Lohngefälle in Deutschland von 22,3 % auf 21 % zurück. In Westdeutschland ging sie um 0,5% zurück (von 23,9% auf 22,5%), in Ostdeutschland um 0-1% (von 5,6% auf 6,7%). Die sehr unterschiedlichen Entwicklungen sind auf das frühere Modell der männlichen Brotgewinner im Westen, das Vermächtnis eines hohen Anteils von Müttern, die kurz teilzeitbeschäftigt sind, auf kinderbetreuungseinrichtungen und eine starke Lohnlücke zwischen männerdominierten Sektoren mit hoher Tariferstattung und frauendominierten Sektoren mit geringer Abdeckung zurückzuführen. In Ostdeutschland ist das Zeitgefälle zwischen Männern und Frauen gering, und die Tarifbindung beider Geschlechter ist gering. Das Statistische Bundesamt stellt fest, dass Frauen von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns etwas mehr profitiert haben als Männer. Eine hitzige Debatte wurde durch einen Gesetzentwurf zur Wiederherstellung des Grundsatzes “eine Einrichtung, ein Tarifvertrag” ausgelöst. Dies würde bedeuten, dass in Unternehmen, in denen sich Tarifverträge überschneiden, nur die von der Mehrheitsgewerkschaft geschlossene Vereinbarung gelten würde. Der Gesetzentwurf soll im Mai 2015 Gesetz werden. Allerdings sind unterschiedliche Tarifverträge, die von konkurrierenden Gewerkschaften geschlossen werden und die die gleiche Gruppe von Arbeitnehmern in einem Betrieb abdecken, in Deutschland sehr selten.

Grund dafür ist die Tradition der gewerkschaftlichen Zusammenarbeit und die beherrschende Stellung der vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) vertretenen Gewerkschaften. Die acht Mitgliedsorganisationen des DGB repräsentieren insgesamt 6,2 Millionen Arbeitnehmer, während der dbb, die zweitgrößte Spitzenorganisation, 43 Mitgliedsorganisationen hat, die insgesamt 1,28 Millionen Arbeitnehmer repräsentieren.

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